HARALD WEILER REGISSEUR

Kaspar Häuser Meer

von Felicia Zeller

Theater Kontraste im Winterhuder Fährhaus
Premiere: 30.09.2014
Regie: Harald Weiler
Ausstattung: Lars Peter
Besetzung
  • Katharina Abt (Silvia)
  • Barbara Krabbe (Barbara)
  • Verena Mörtel (Anika)

Hamburger Abendblatt, 02.10.2014

Beklemmende Wahrheiten komisch erzählt

Kaspar Häuser Meer“ ist ein bedenkenswerter und kurzweiliger Theaterabend Drei vorzügliche, außerordentlich typengerecht besetzte Schauspielerinnen – Katharina Abt, Barbara Krabbe, Verena Mörtel – beherrschen ihre nicht nur sprachlich irrwitzigen Rollen unter der nie in die Klamotte abgleitenden Regie von Harald Weiler.

Nein, komisch ist das Thema um vernachlässigte, missbrauchte, zu Tode gequälte Kinder nicht, das uns täglich mit immer neuen Fällen entsetzt. Doch hat Felicia Zeller nicht die Opfer in das Zentrum ihrer Groteske gerückt, sondern diejenigen, die mit dem Schmutz und der Brutalität konfrontiert sind, die Sozialarbeiterinnen. Dadurch enthebt uns die Dramatikerin quasi der Pflicht, betroffen zu sein, es sei denn, diese drei tun uns von Herzen leid in ihrem chaotischen Getriebensein und ihrem vergeblichen Aktivismus, der Handeln durch rudimentäre, wahnsinnig schnelle Wortkaskaden ersetzt hat. Das zu sprechen ist schon eine Riesenherausforderung. Dieser absurde Sprachwitz, gepaart mit Situationskomik, machen aus der beklemmenden Wahrheit einen ebenso bedenkenswerten wie kurzweiligen Theaterabend.

Hamburger Morgenpost 02.10.2014

Wahnsinn in der Sozialbehörde

Die Groteske nimmt den Wahnsinn der Sozialbürokratie aus Korn- und das Publikum feierte am Theater Kontraste die eindrucksvoll gelungene Inszenierung ( Regie: Harald Weiler) (…) Bravourös die Performance der Schauspielerinnen, schmerzhaft eindringlich das Schlussbild, in dem ein Berg von Kuscheltieren die verlorenen Kinderseelen symbolisiert.