HARALD WEILER REGISSEUR

Meier Müller Schulz oder nie wieder einsam

von Marc Becker

Theater Kontraste im Winterhuder Fährhaus
Premiere: 09.07.2011
Regie: Harald Weiler
Ausstattung: Heidrun Schüler
Besetzung
  • Meike Harten (Frau Müller)
  • Ole Schlosshauer (Herr Meier)
  • Jacques Ullrich (Herr Schulz)

Hamburger Abendblatt, 09.07.2011

Die Antwort auf die große Sinnfrage ist das Lachen

Marc Beckers skurrile Geiselfarce handelt weniger vom Sinn als vom Unsinn des Lebens, in den wir uns durch genormtes Denken und falsche Wunschvorstellungen verstricken. Dank der pointierten Dialoge, der ausweglosen Lage dieser drei Durchschnittsleutchen und ihrer treffend charakterisierenden Darsteller stellen sich beim Publikum statt einer Depression gute Laune und nachdenkliche Heiterkeit ein.

(...) Ole Schlosshauers Meier erinnert mit seiner Lakonik an Loriots spießige Zwangsneurotiker. Jacques Ullrichs Geisel wird zunehmend forsch und vom Opfer zum Täter.

Zwischen den beiden in einer köstlichen Studie weiblicher Biederkeit und Schlauheit: Meike Hartens Nachbarin Müller. Jeder Blick, jede Geste sitzt. Das Trio spielt präzise mit der Groteske, ohne sie zu übertreiben und ihr die unterschwellige Verzweiflung der einsamen Menschen zu nehmen. Als Antwort auf die große Sinnfrage bleibt das Lachen über die Comédie humaine. Viel Applaus!

Welt Online, 09.07.2011

Eine kleine, still subversive, groteske Tragikomödie mit psychologischer Tiefenschärfe

(...) "Meier Müller Schulz oder Nie wieder einsam", im Theater Kontraste der Komödie Winterhuder Fährhaus vom Publikum zu Recht begeistert aufgenommen, ist eigentlich keine Farce im Sinne von aberwitzigen Turbulenzen. Es ist eine kleine, still subversive, groteske Tragikomödie mit psychologischer Tiefenschärfe.

(...) Diese Komik herauszukitzeln, die Balance in der Groteske zu finden, die Normalität des Wahnsinns im Menschlichen, das allmähliche Verschieben von Obrigkeit und Sich-Angleichen im Zweckverband, das gelingt Regisseur Harald Weiler ganz vorzüglich mit drei sehr guten Mimen.

Allen voran Meike Harten als wundervoll spinöse, einsame, in ihrer Begriffsstutzigkeit lautere Seele, die erstaunliche Seiten entwickelt.