HARALD WEILER REGISSEUR

Unter Verschluss

Von Pere Riera

Theater Kontraste im Winterhuder Fährhaus, Hamburg
Premiere: 03.03.2016
Regie: Harald Weiler
Ausstattung: Lars Peter
Besetzung
  • Katharina Abt (Sílvia Utgés)
  • Sebastian Herrmann (Víctor Bosch)
  • Felix Lohrengel (Cáceres)

Hamburger Morgenpost, 05.03.2016

Gelungene Premiere im Theater Kontraste

(…) In dem Politthriller „Unter Verschluss“ (von Pere Riera) – der am Theater Kontraste im Winterhuder Fährhaus eine gelungene Premiere feierte – wird die ehrgeizige Journalistin vom cleveren Pressesprecher Cáceres eiskalt ausgekontert.

(…) Schweigen gegen Schweigen. Jeder ist irgendwie käuflich. Diese Botschaft inszeniert Regisseur Harald Weiler mit einem hervorragend eingespielten Trio. Allen voran brilliert Katharina Abt als hypernervöse Karrierefrau, deren Schwachstellen von Felix Lohrengel als messerscharf gescheiteltem, aalglattem Politprofi Cáceres gnadenlos ausgenutzt werden. Sebastian Herrmann als Präsident gibt überzeugend den jovialen verantwortungsbewussten Staatschef, der privat seine eigenen Regeln macht.

Die Welt, 06.03.2016

Beim Psychothriller "Unter Verschluss" von Pere Riera bleibt es bis zur letzten Minute spannend

Das Theater Kontraste in der Komödie Winterhuder Fährhaus – ganz groß. Und das in gleich dreifacher Hinsicht. Zum ersten Mal wird hier ein Stück des hierzulande noch weitgehend unbekannten katalanischen Bühnenautors Pere Riera gezeigt, der Psychothriller "Unter Verschluss". Zum Zweiten hat Harald Weiler, geschätzt als subtil arbeitender Regisseur, den Krimi in Szene gesetzt. Und zum Dritten steht ihm ein Darstellertrio, Katharina Abt, Sebastian Herrmann und Felix Lohrengel, zur Seite, das seinen Intentionen, niemals vordergründige Dramatik zu bedienen, fabelhaft gerecht wird. Es herrschen bis zur letzten Minute Spannung und in der Schwebe bleibende Verunsicherung.

Riera ist eine Entdeckung. Er beherrscht die Kunst kurzer, geschliffener Dialoge, hier kongenial übersetzt vom Kollegen Philipp Löhle, die so raffiniert ein Netz psychologisch fein gesponnener Fäden knüpfen, dass man auch als Zuschauer in den Sog der Manipulationen gerät, mit denen die drei Protagonisten versuchen, sich gegenseitig in die Enge zu treiben und unglaubwürdig zu machen.

(…) Im vollkommen nüchternen Bühnenbild von Lars Peter erleben wir ein fesselnd abstoßendes, dramatisch gefasstes Exempel um schmierigen Machtmissbrauch, um Verleumdung und Wahrheit, das die drei Schauspieler mit all seinen Facetten bewunderungswürdig offenlegen.